Verein für Körperbehinderte Esslingen/N. e.V.

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Gemeinsam stark mit Behinderung

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Zehntscheuer Kurt Spätling und Renate Fischer Mitglieder



Familienfeier 2007 und 40-jähriges Vereinsjubiläum

Der festlich dekorierte Eingang der Zehntscheuer in Köngen zeigte
schon, dass am 9. Dezember 2007 nicht nur die traditionelle
Familienfeier stattfand, sondern zugleich das 40-jährige
Vereinsjubiläum gefeiert wurde.

Um gemeinsam einen unbeschwerten Festtag zu begehen, waren die
Mitglieder bereits zum Mittagessen eingeladen. Nach einem ersten
Klavierstück von Herrn Metzger und der Begrüßung durch
den 1. Vorsitzenden, Herrn Spätling, war reichlich Zeit, das von der
Familie Schuster vom Gasthof Ochsen servierte Essen zu genießen
und sich zu unterhalten und auszutauschen.

Die Bastelgruppe hatte, wie gewohnt, im Eingangsbereich ihre Tische
mit hübsch dekorierten und weihnachtlichen Geschenkartikeln
in reicher Auswahl aufgebaut.

Um 14 Uhr begann die offizielle Jubiläumsfeier, zu der Herr Spätling
namhafte Vertreter aus Politik und Verwaltung begrüßen durfte.

In den verschiedenen Redebeiträgen wurde die Arbeit des Vereins
gewürdigt und auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass sich der
Verein auch weiterhin für die Belange der Menschen mit Behinderung
einsetzt.

Bei Kaffee und Kuchen boten unterhaltende und musikalische
Beiträge ein buntes Programm.

Zum Heimweg durfte das Weihnachtspäckle nicht fehlen.

MdB Hennrich, MdB Grübel
Einkauf bei der Bastelgruppe
Bürgermeister Weil Landrat Eininger MdL Noll dabei Trommler Musikschule Köngen Zauberei Gitarren-Duo Bescherung Socken Theater


Bericht in der "Wendlinger Zeitung" vom 10.12.2007 (Sylvia Gierlichs):

Behinderte sollen an der Gesellschaft teilhaben

Der Verein für Körperbehinderte Esslingen feiert
sein 40-jähriges Bestehen -

Eininger: "Mehr Öffentlichkeitsarbeit ist notwendig"

KÖNGEN. Als Interessengemeinschaft betroffener Eltern
ist der Verein für Körperbehinderte Esslingen vor
40 Jahren gegründet worden. Gestern nachmittag blickten die
Vereinsmitglieder in der Köngener Zehntscheuer auf viele
gemeinsam erreichte Ziele zurück. Die Ehrengäste drückten
mit ihrer Anwesenheit ihre Verbundenheit mit dem Verein aus.


   Strahlende Gesichter waren in Köngener Zehntscheuer am Sonntag
überall zu sehen. Mit ihren Familien waren viele der körper-
und mehrfach behinderten Menschen gekommen, um den runden
Geburtstag ihres Vereins zu feiern. Grund genug gibt es, denn in den
vergangenen 40 Jahren haben die Mitglieder vieles erreicht, um die
Lebensbedingungen von behinderten Menschen zu verbessern und sie
aus ihrem Schattendasein herauszuholen.
   Respekt zollte ihnen daher auch ihr Vorsitzender, Kurt Spätling,
selbst erst kurze Zeit Vereinsmitglied. Der Landkreis, sagte er, habe
sich seiner Verantwortung für Behinderte gestellt. Ihm als Neuling falle
allerdings auf, dass zwar sehr viel für Behinderte, aber zu wenig mit
Behinderten gemacht wird. Fürsorgliche Separierung nannte Spätling
das. "Ziel des Vereins ist es auch, auf Unstimmigkeiten des
gesellschaftlichen Miteinanders hinzuweisen. Da gibt es noch genug
zu tun" sagte er abschließend.
   Der Köngener Bürgermeister Hans Weil freute sich, dass der Verein
auch für die 40er-Feier der Zehntscheuer treu geblieben war.
Schließlich, so Weil, finde die jährliche Familienfeier des Vereins
seit 1988 immer in Köngen statt. "Vieles, was der Verein in den
vergangenen vier Jahrzehnten geleistet hat, entzieht sich dem Blick
der Öffentlichkeit. Jedoch ist es oft auszeichnungswürdig", sagte er.

"Können mit öffentlichen Mitteln nicht alles leisten"

   Landrat Heinz Eininger stimmte Kurt Spätling zu, dass die Arbeit mit
Behinderten sicher in der Öffentlichkeit nicht immer gebührend wahr-
genommen werde: "Hier muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet
werden", sagte er. Die Lobby für Behinderte sei jedoch klein, mehr
Öffentlichkeitsarbeit sei notwendig. Es sei wichtig, dass der Verein sich
dieser Aufgabe annehme.
Der Landkreis entwickle die Behindertenarbeit ständig weiter.
So sei der Behindertenplan fortgeschrieben und die
Verbundschule in Dettingen/Teck in Betrieb genommen worden.
Zudem solle die Frühförderung für Kinder verbessert werden.
   Für Eininger ist es gleichermaßen wichtig, Wohnmöglichkeiten
und Arbeitsplätze für behinderte Menschen zu schaffen. Beides
bedeute, an der Gesellschaft teilhaben zu können. "Wir wissen
ganz genau, dass wir mit öffentlichen Mitteln niemals alles leisten
können", bekannte der Landrat, der sich für mehr Unter-
stützung der betroffenen Familien durch weitere niederschwellige
Angebote aussprach.

   Als wichtigen Pfeiler der Behindertenarbeit bezeichnete der FDP-
Landtagsabgeordnete Ulrich Noll den Verein für Körperbehinderte.
Begonnen habe alles, als sich betroffene Eltern vor 40 Jahren
zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen hätten.
"Damals hat man die Schulpflicht für behinderte Kinder aufge-
hoben, denn sie wurden als bildungsunfähig angesehen", rief Noll in
Erinnerung. Aus Mangel an anderen Möglichkeiten seien behinderte
Kinder nicht selten in Altenpflegeheimen untergebracht worden.
Heute übten Eltern dagegen Druck auf die Gesellschaft aus, um ihren
Kindern die Teilhabe zu ermöglichen. Elternselbsthilfe sei heute so
aktuell wie vor 40 Jahren. Sie schärfe den Blick der Politik für die
Notwendigkeiten und neuen Entwicklungen. "Das Ehrenamt sollte
jedoch nicht überfordert werden", sagte Noll, der sich dafür
aussprach, auch weiterhin professionelle Hilfe zu finanzieren.
Der Verein für Körperbehinderte Esslingen vermittle seinen Mitgliedern
das Gefühl, mit den Problemen und Hindernissen nicht alleine zu sein.
Ein wichtiger Beitrag für die Teilhabe Behinderter an der Gesellschaft
ist für Noll, in Neubauten auf Barrierefreiheit und nicht nur auf das
Design zu achten. "Das Jahr 2007 ist das Jahr der Chancengleichheit.
Wir werden nicht ruhen, bis das gelebter Alltag ist", sagte Ulrich Noll,
der auch stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes für
Körper- und Mehrfachbehinderte ist.

   Musik verbindet, denn sie ist Behinderten und Nichtbehinderten
gleichermaßen zugänglich. Daher leuchteten die Augen vieler Gäste
auf, als die Trommler der Musikschule Köngen mit wilden Rhythmen
Schwung in die Veranstaltung brachten. Besinnlich und stimmungsvoll
waren dagegen die weihnachtlichen Weisen, die der Köngener
Posaunenchor darbot.

   Ein Geburtstagsgeschenk der besonderen Art überbrachten die
Bewohner des Wohnhauses im Scharnhäuser Park. Einige der 32
Behinderten, die dort wohnen, führten zu den Klängen des italienischen
Schlagers "Felicita" ein kleines Theaterstück mit selbstgebastelten
Strumpfpuppen auf.


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